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Reiseziel SÜdafrika

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SÜdafrika - Geschichte und Kultur

Die Besiedlung Südafrikas durch Europäer begann in Kapstadt. Nachdem sich die Engländer gegen die Etablierung einer Kolonie am Kap der Guten Hoffnung entschieden hatten, waren es die Holländer, die die strategische und ökonomische Bedeutung des Kaps als erste erkannten. Im Auftrag der Holländisch-Ostindischen Handelskompanie landete darum der Kaufmann Jan van Riebeeck am 6. April 1652 in der malerischen Bucht am Fusse des Tafelbergs.

Seit Beginn des 18. Jahrhunderts dehnten sich die Siedler am Kap immer weiter Richtung Norden und Richtung Osten aus. Diese Siedlungsbewegungen wurden von den sogenannten Trekburen getragen, weisse Farmer, die auf der Suche nach Weideland für ihr Vieh immer weiter ins Inland vordrangen.

Seit Ende des Jahrhunderts waren es dann die im Osten siedelnden Xhosa Völker, die sich den Trekburen entgegenstellten.

In den städtischen Gemeinden wuchs die Gefahr der Konfrontation. Hier standen sich die nach politischer Selbstbestimmung strebenden Bürger und eine schwache, korrupte und wirtschaftlich nahezu bankrotte Kolonialverwaltung gegenüber. Die zahllosen Auseinandersetzungen mündeten schliesslich in offenem Protest. Die Städter forderten die Unabhängigkeit von der Kolonialverwaltung. In Swellendam und in Graaff-Reinet wurden die ersten Republiken ausgerufen. Ihre Existenz war allerdings nur von kurzer Dauer.

Der Machtkampf zwischen Bürgern und Verwaltung endete mit der Landung britischer Schiffe am Kap und der Übernahme der Kolonie durch das englische Königreich im Jahre 1795.

Die geschichtlichen Ereignisse im Südafrika des 19. Jahrhunderts sind durch den "Groot Trek" geprägt. Mehr als 10.000 Buren, die sogenannten "Voortrekker" verliessen ab 1835 mit ihren Familien die Kapkolonie und zogen nach Norden und Nordosten.

Am Ende des 18. Jahrhunderts bildeten sich überall im südlichen Afrika aus losen Stammesverbänden grössere Volksgemeinschaften. Dieser Prozess verlief keineswegs friedlich, sondern war Ergebnis langwieriger Kriege. Auch die Entwicklung des Königreichs der Zulus fiel in diese Zeit. Durch ein kaum vorstellbares Mass an Grausamkeit und Gewalt erlangte der berüchtigte Zulu-Krieger Shaka die Oberherrschaft über verschiedene Zulu-Clans. Systematisch dehnte er seinen Machtbereich immer weiter aus. Shakas Krieger fielen in die Zulu-Dörfer ein und brannten sie nieder. Frauen und Kinder wurden aufgespiesst, junge Männer eingezogen, die Häuptlinge gefoltert und zur Loyalität gezwungen.

Nachdem die Voortrekker vergeblich mit den Zulus um Siedlung- und Weideland verhandelt hatten und dabei mehreren katastrophalen Überfallen ausgesetzt waren, formierten sie sich im Jahre 1838 neu zur entscheidenden Schlacht. Am 16. Dezember siegten 464 Buren unter dem Kommando von Andries Pretorius über etwa 10.000 Zulu-Krieger.

Der portugiesische Seefahrer Vasco da Gama erreichte die Bucht des heutigen Durban Weihnachten 1497. Er nannte sie "Rio de Natal", Weihnachtsfluss. Seitdem wurde die Bucht immer mal wieder von Seefahrern und Kaufleuten angesteuert, aber erst 1823 entstand hier eine richtige Siedlung: "Port Natal". 1835 erhielt der Ort den Namen Durban, nach dem damaligen Gouverneur der Kap-Kolonie, Sir Benjamin Durban. Das Leben in der kleinen Hafenstadt war geprägt von Unsicherheit. Die Zulus betrachteten Natal als ihr Stammesgebiet und duldeten die weissen Siedler nur, weil die Stadt ihnen als Handelsplatz von Nutzen war.

1844 wurde Natal britische Kronkolonie.

Der Anglo-Zulu Krieg ging weiter und endete - nach zahlreichen weiteren verlustreichen Kämpfen - 1887 mit dem Sieg der Engländer.

Nachdem die Voortrekker 1842 in Natal von den Engländern besiegt worden waren, zog der Grosse Trek weiter nach Nordosten und endete schliesslich in den Gebieten südlich und nördlich des Vaal-Flusses. Im Norden entstand zunächst das unabhängige Transvaal, das später in die Südafrikanische Republik umgewandelt wurde.

In der Zwischenzeit hatte sich die Kapkolonie immer weiter ausgedehnt, und 1848 wurde das gesamte Land zwischen Vaal und Oranje zum britischen Hoheitsgebiet erklärt.

Am 23. Februar 1854 wurde der Vertrag von Bloemfontein geschlossen, der zur Gründung des Oranje Freistaats führte.

Die Politik der konsequenten Rassentrennung wurde nach Gründung der Südafrikanischen Union im Jahre 1910 durch ein Bündel von Gesetzen eingeleitet, die alle die Rechte der schwarzen Bevölkerungsmehrheit immer weiter beschnitten. Der "Mines and Works Act" von 1911 verpflichtete Schwarze zum Beispiel, ausschliesslich niedere Arbeiten zu verrichten und garantierte damit die Verfügbarkeit billiger Arbeitskräfte. Der "Native Land Act" von 1913 erklärte 7,3 % der Fläche Südafrikas zu Reservationen für Schwarze und verbot ihnen, ausserhalb dieser Gebiete Land zu erwerben.

Da es - auf Grund des fehlenden Wahlrechts und eines generellen Streikverbots für Nicht-Weisse - keinerlei Möglichkeiten für politischen Protest gab, wurde der "African National Congress" (ANC) sowie weitere Widerstandsbewegungen gegründet. Sie waren alle zunächst schlecht organisiert und wenig effektiv. Die weissen Regierungen konnten darum ihre Politik der Rassentrennung mehr oder weniger unbehelligt fortsetzen.

Nach dem 2. Weltkrieg verschärften sich die Konflikte, und es gab zahlreiche wilde Streiks schwarzer Arbeiter. Die verunsicherten Weissen verhalfen daraufhin der rechtskonservativen National Party unter Dr. D.F. Malan, der drastische Massnahmen gegen die "schwarze Gefahr" garantiert hatte, zu einem überwältigenden Wahlsieg. Malan prägte den Begriff der "Apartheid" und leitete die konsequente Umsetzung dieser unheilvollen Politik ein.

Frederik Willem de Klerk läutete im Februar 1990, nur wenige Monate nach seinem Amtsantritt, durch eine historische Rede vor dem Parlament das Ende der Apartheid ein und sprach sich für ein demokratisches Südafrika aus. Das Verbot des ANC (African National Congress) wurde aufgehoben. Bereits einige Tage später wurde Nelson Mandela nach 27jähriger Haft auf der Gefängnisinsel Robben Island freigelassen. In geheimen Verhandlungen zwischen ANC und Regierung hatte man sich zuvor darauf geeinigt, auf Gewalt zukünftig zu verzichten und gemeinsam auf einen friedlichen Übergang und eine neue Verfassung hinzuarbeiten.

Im April 1994 wurden die ersten freien Wahlen in Südafrika abgehalten. Erwartungsgemäss errang der ANC dabei einen überwältigenden Wahlsieg.

Als erster schwarzer Präsident des neuen Südafrika trat Nelson Mandela am 10. Mai 1994 die Nachfolge von Frederik Willem de Klerk an. De Klerk, dessen Nationale Partei bei den Wahlen 1994 rund 20 % der Stimmen errang, wurde zweiter Vizepräsident der Interimsregierung in Südafrika. Erster Vizepräsident wurde Thabo Mbeki, heute Vorsitzender des ANC und Präsident der Republik Südafrika.


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