Singapur


Singapur - Land und Leute
So wie sich Asiatisches und Westliches, Modernes und Rückständiges in Singapur auf Schritt und Tritt ablösen, so bilden auch die verschiedenen, in der Hafenstadt lebenden Ethnien ein buntes ethnisches Mosaik.
Über drei Viertel aller Singapurer sind chinesischer Abstammung, rund 14% sind Malaien und etwa 7% indisch-tamilischer Herkunft. Alle drei Volksgruppen pflegen ihre kulturellen Sitten und ihre Sprachen, wobei Englisch als die verbindende Verkehrssprache gilt.
Das staatliche Fernsehen in Singapur ist viersprachig, die abendlichen Radio- und Fernsehnachrichten werden in allen vier Sprachen zu verschiedenen Zeiten und auf unterschiedlichen Kanälen ausgestrahlt und die Kioske bieten einheimische Presseerzeugnisse in den vier Sprachen an.
Vorbei sind die kolonialen Zeiten, als Singapurs drei wichtigsten Völkerstämme in einzelnen Stadtgebieten voneinander getrennt lebten: die Chinesen in und um Chinatown, die Malaien in ihren "Kampongs", den traditionellen Pfahlbausiedlungen, und die Einwanderer vom indischen Subkontinent in ihrem Quartier an der Serangoon-Road, welches heute noch immer "Little India" heißt.
Im Bemühen, die ansässigen Malaien zusammen mit den eingewanderten Chinesen, Indern und Tamilen und deren Nachfahren zu singapurischen Staatsbürgern zu machen, riss die Regierung die ethnischen Barrieren im wörtlichen wie im übertragenen Sinne ein.
Ein großangelegtes soziales Wohnungsbauprogramm, dessen massive Wohnblöcke weit über den Inselstaat verstreut sind, brachte alle Ethnien zusammen und machte fast 80% der Bevölkerung zu Eigentümern. Denn die vom Staat erstellten, billigen Wohnungen können nicht gemietet, sondern nur käuflich erworben werden, wobei ein ausgeklügeltes System von Sozialabgaben sicherstellt, dass fast jeder werktätige Singapurer in den Besitz einer solchen Wohnung kommen kann. Die Regierung spekuliert nämlich darauf, dass jeder, der eine Wohnung besitzt, sich der jungen Nation verpflichtet fühlt und im Krisen- oder Kriegsfall auch bereit ist, diese zu verteidigen.
Überhaupt unternimmt die Regierung gewaltige Anstrengungen, um in der zu 90%aus Einwanderern oder deren Nachkommen bestehenden Bevölkerung ein Nationalbewusstsein zu wecken.
Einerseits führt sie großangelegte Kampagnen zur Volkserziehung nach guter chinesischer Tradition durch, die drakonisch jegliches Fehlverhalten bestrafen. So droht demjenigen, der mehrmals einen Zigarettenstummel auf öffentlichen Boden wirft oder in der supermodernen Untergrundbahn seine Füße auf die Sitzbank legt, eine Buße von bis zu 250 US-$.
Andererseits engagiert sie z.B. internationale Public-Relations-Firmen, welche seichte Songs und schöne Klänge zum Thema Nationalbewusstsein komponieren, dank derer das Regierungsanliegen dann sehr direkt ins Unterbewusstsein der Singapurer eindringt.
Heroische Kompositionen wie "Stand up for Singapore", "Singapore my Lady" oder "We are Singapore" schmeicheln sich mit ihren eingängigen Melodien ins Gehör der immer noch sehr jungen singapurischen Bevölkerung - über 30% der Einwohner des Inselstaates sind unter zwanzig Jahre alt - ein und werden von der Regierung bewusst zu lokalen Hits gemacht.
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