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Reiseziel Oesterreich


Europa - Österreich - Geschichte

Im späten 8. Jahrhundert gehörten weite Gebiete des heutigen Österreich zum bayrischen Stammesherzogtum im fränkischen Reich Karls des Großen. Im nachfolgenden Ostfrankenreich, in der Region des heutigen Niederösterreich, war seit 856 eine Marchia Orientalis den Karolingern unterstellt.

Diese Grenzmark im Südosten des Reiches war die Entstehung des späteren Österreich. Dieses Gebiet ging 907 allerdings an die Ungarn verloren. Erst nach der Schlacht auf dem Lechfeld 955 konnte das ostfränkische Reich wieder nach Osten expandieren und es entstanden neue Herzogtümer und Markgrafschaften. Damit begann auch eine weitere Welle bajuwarischer (bayerischer) Siedlungstätigkeit.

Im Jahr 976 wurde die Marchia Orientalis von Kaiser Otto II. einem Babenberger-Grafen übereignet. In einer Urkunde von 996 wurde sie erstmals Ostarrichi genannt. Das Gebiet wurde auch als Ostland (lat. Austria) oder Osterland bekannt und 1156 von Kaiser Friedrich I. (Barbarossa) zu einem Herzogtum erhoben.

Nach den Babenbergern folgten von 1278 an die Habsburger, die bis 1526 ihr Herrschaftsgebiet weiter ausdehnten. Das neu erschaffene Erzherzogtum wurde zu einem bedeutender Faktor im Heiligen Römischen Reich. Ab 1438 besass das Fürstenhaus die römisch-deutsche Königswürde.

Vom 15. Jahrhundert an bis 1690 waren die habsburger Länder in ständige militärische Auseinandersetzungen mit dem Osmanischen Reich verwickelt. Die Reformation der Kirche konnte sich anfangs schnell durchsetzen, wurde aber im Laufe des 17. Jahrhunderts wieder zurückgedrängt.

Die Kriege gegen Napoleon und seine Kaiserkrönung führten 1804 dazu, dass Kaiser Franz II. den Titel als Kaiser Franz I. von Österreich für seine Erbländer annahm und 1806 unter dem Druck Napoleons auf die Kaiserkrone des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation verzichtete.

Das neu geschaffene Kaiserreich Österreich war ein Vielvölkerstaat und reichte von Böhmen und Mähren über die heutige Republik hinweg weiter über Ungarn bis tief in den Balkan hinein.

Mit der Niederschlagung der Märzrevolution 1848 sicherte sich das Kaiserreich sein Überleben. Der Krieg des Deutschen Bundes unter dem Vorsitz Österreichs gegen Preußen führte 1866 nach dem Sieg Moltkes bei Königgrätz zur Auflösung des Bundes der deutschen Staaten.

1867 wurde im Zuge des Ausgleiches eine österreich-ungarische Doppelmonarchie unter der Herrschaft vom österreichischen Kaiser Franz Joseph I. geformt. Fortan galt er als König von Ungarn und blieb über 40 Jahre an der Macht. Ausgelöst vom Attentat von Sarajevo und weitergetrieben von den europäischen Beistandspakten begann 1914 der erste Weltkrieg, der 1918 zum Ende der kaiserlichen Monarchie führte.

In der Folge wurde Österreich-Ungarn aufgelöst. Auf den Gebieten mit deutscher Muttersprache entstand die Republik „Deutschösterreich”. Im Vertrag von Saint-Germain wurde dieser Staatsname „Deutschösterreich” und der von vielen angestrebte Zusammenschluss mit der neuen Deutschen Republik untersagt. Am 21. Oktober 1919 wurde der Name in „Republik Österreich“ geändert. 1920 wurde die neue österreichische Verfassung beschlossen. Die folgende schlechte Wirtschaftslage und politische Auseinandersetzungen führten Österreich immer tiefer in die Krise.

Nachdem Bundeskanzler Engelbert Dollfuß 1933 den Nationalrat aufgelöst hatte, wurde in Österreich eine Diktatur in Form eines autoritären Ständestaates errichtet. Im Februar 1934 fanden die bis dahin schwelenden Auseinandersetzungen zwischen den regierenden Christlichsozialen und den oppositionellen Sozialdemokraten im Österreichischen Bürgerkrieg ihren gewaltsamen Höhepunkt. Monate später kam es zum Juliputsch von Anhängern der, in Österreich seit 1933 verbotenen, NSDAP. Einigen Putschisten gelang es in das Bundeskanzleramt vorzudringen, wo Dollfuß so schwer verletzt wurde, dass er kurz darauf verstarb. Der Putschversuch wurde kurzfristig vereitelt. Neuer Bundeskanzler wurde Kurt Schuschnigg.

1938 erfolgte der Anschluss an das Deutsche Reich. Der gebürtige Österreicher Adolf Hitler führte nach seinem beruflichen Scheitern in seinem Heimatland und seiner politischen Karriere in Deutschland Österreich in die nationalsozialistische Willkürherrschaft und ließ in der Folge alle Hinweise auf eine Eigenständigkeit des Landes tilgen. Österreich wurde in „Ostmark” und bald danach in „Donau- und Alpengaue” umbenannt. Der 1939 von ihm entfesselte Zweite Weltkrieg führte schließlich zum Untergang des „Dritten Reiches“

Mit dem Kriegsende 1945, der Niederlage des Großdeutschen Reiches und der Befreiung von der Herrschaft Hitlers und der Nationalsozialisten, wurde von den Siegermächten der Staat Österreich hergestellt. Theodor Körner wurde als Kandidat der SPÖ am 27. Mai 1951 zum Bundespräsidenten gewählt. Dies war die erste Volkswahl des Staatsoberhauptes in der Österreichischen Geschichte.

Bis 1955 war das neue Österreich, wie auch Deutschland, in vier Besatzungszonen aufgeteilt. Erst mit der Unterzeichnung des Österreichischen Staatsvertrags durch die Bundesregierung und Vertreter der Siegermächte am 15. Mai 1955 erlangte die Republik ihre volle Souveränität.

Bis zum 25. Oktober 1955 verließen die letzten alliierten Truppen das Land. Tags darauf wurde die „immerwährende Neutralität” im Nationalrat in Form eines Verfassungsgesetzes festgeschrieben. Seit 1965 ist der 26. Oktober, in Erinnerung an den Beschluss der Neutralität, österreichischer Nationalfeiertag.

1960 war die Republik Österreich der Mitbegründer der EFTA, die einen Wirtschaftszusammenhalt anstrebte. Bedingt durch die Neutralität konnten sowohl mit den westlichen Ländern als auch mit den damaligen Ostblockländern kulturelle und wirtschaftliche Bande geknüpft werden.

1995 trat Österreich der Europäischen Union (EU) bei.

1999 schaffte es seine bisherige Währung, den Schilling als Buchgeld ab und führte am 1. Januar 2002, zusammen mit anderen EU-Staaten, den Euro als Bargeld ein.

 

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