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Ecuador

Ecuador - Landarbeiterfamilie auf der Ladefläche eines Pickup Auto-Kennzeichen von Ecuador Ecuador - Frau aus dem Hochland


Ecuador - Fauna

Die vielfältigen Klimazonen und die unterschiedliche Landesnatur ließ in Ecuador eine ausgesprochen artenreiche Fauna entstehen.

Allein über 324 Säugetiere (25 davon sind endemisch, kommen also nur in Ecuador vor) leben in dem kleinen Andenstaat. Der größte, aber gleichzeitig auch seltenste Vertreter der Säugetiere ist das Bergtapir. Es kann so groß wie eine Kuh werden und ist in den Páramo-Gebieten beheimatet.

Ameisenbären, Brillenbären (darunter der selten gewordene Oso de Anteojos, der im Andenraum lebt) und das in ganz Süd- und Mittelamerika beheimatete Gürteltier bewohnen zusammen mit Pumas, Jaguaren, Ozelote, Wasserschweinen und vielen anderen Säugern die äquatoriale Region.

Allein 17 verschieden Affenarten (Monos) leben in den Wäldern Ecuadors. Hierzu zählen Wollaffen, Springaffen und Verwandte der Kapuzineraffen.

Etwa 1600 Vogelarten (zum Vergleich: in ganz Europa leben rund 800 Arten) darunter 30 Raubvogelarten und circa 130 Kolibriarten kommen in Ecuador vor. Imposant, aber sehr selten zu sehen, ist der Kondor, der König der Anden. Mit einer Spannweite von bis zu 3,20m ist er der größte Raubvogel der Welt. Er hat sich tief in die Bergwaldregionen der Anden zurückgezogen. Bereits in den frühen Kulturen Ecuadors und Perus wurde der Kondor als heiliges Tier verehrt. Bekannt sind die oft zu sehenden Papageien und die bunten Tukane.

Unter den 350 Reptilienarten befinden sich allein 200 Schlangentypen, wobei etwa 40 davon giftig sind!

Mit zu den gefährlichsten Reptilien zählen alle Unterarten der sogenannten Equis, einer neugierigen wie angriffslustigen Grubenotter, die sich durch ihr X-förmiges Kreuzbandmuster auszeichnet. Es gibt sie im Küsten- u. Amazonasbereich in unterschiedlichen Farbschattierungen und Grössen, von 25cm bis hin zu 2.50m, sowohl auf dem Boden als auch in Bäumen lebend.

Dagegen kann die hübsch anzuschauende, jedoch hochgradig giftige Korallenschlange, nicht zubeissen. In andinen Höhenlagen von mindestens 2.000m und auf den Galápagos-Inseln gibt es keinerlei Giftschlangen. Bis zu 8m lange ungiftige Riesenschlangen wie die Anakonda oder die Boa Konstriktor sind im Amazonastiefland manchmal in Lagunen und Sümpfen anzutreffen.

Ebenso gibt es im tropischen und subtropischen Küstenbereich ganz unterschiedlich grosse und farblich variierte Leguane, sowie auf Landesebene unzählige Arten von Eidechsen, Geckos und Blindschleichen.

Im Amazonastiefland leben in seichten Gewässern und an überwucherten Lagunenufern oft Brillenkaimane (bis zu 3m). Wogegen von den grossen Küstenkrokodilen (bis zu 6m) in Sumpfgebieten, Flüssen und Mangrovenwäldern, heute wahrscheinlich keine 500 Exemplare mehr anzutreffen sind. Weiterhin gibt es sowohl westlich wie östlich der Anden eine Vielzahl an tropischen Land- und Wasserschildkröten, vor der nördlichen Festlandküste und den Galápagos-Inseln auch Meereschildkröten.

Bei den Amphibien sind vor allem 375 Froscharten zu erwähnen. Der auffälligste ist der orange-rot-grün-schwarz farbene Pfeilgiftfrosch, mit dessen tödlicher Hautflüssigkeit die Urwaldindianer bis vor kurzem noch ihre lautlosen Pfeilspitzen beträufelten.

Der ausserordentliche Fischreichtum Ecuadors ist bis heute noch nicht detailliert erforscht worden. Neben 450 Ozeanfischen gibt es etwa 800 Süsswasserarten. Bei den letzteren zählt das herausgeschnittene rasierklingenscharfe Gebiss eines selbstgeangelten Pirañha mit zu den begehrtesten Souvenirs von Dschungelreisenden. Auch das Fleisch dieser berüchtigten Raubfische schmeckt ausgezeichnet. Die vielen kleinen Gräten machen einem jedoch einiges zu schaffen!

Wahrscheinlich 80 % aller in Ecuador vorkommenden Tierarten sind Insekten. Wobei in einer einzigen Urwaldbaumkrone bis zu 2.000 Arten angetroffen werden können und lediglich 100 davon der Wissenschaft namentlich bekannt sind!

Zu den kreuchenden und fleuchenden Gesellen bei einer Dschungelwanderung gehören nicht selten fleissigste Blattschneideameisen, futuristisch anmutende Gottesanbeterinnen, 30cm lange Stabheuschrecken, propellerschwingende Riesenlibellen, säurespritzende Hundertfüssler, haarige Vogelspinnen oder eine vereinzelt umherstreifende Conga, eine giftige Riesenameise, deren Biss einen erwachsenen Menschen für mehrere Tage in einen äusserst schmerzhaften Fieberwahn versetzt.

Dagegen können die wohlschmeckenden Zitronenameisen ohne weiteres gleich lebend verzehrt werden. Den absoluten Höhepunkte im Insektenreich stellen zweifelsohne die ungezählten bunten Schmetterlingsarten (mariposas) dar. Besonders hervorzuheben ist hierbei z. B. der berühmte blauschimmernde Morphofalter, oder auch eine weitere Art mit völlig durchsichtigen Flügeln!


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