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Jens Niermann
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Wer mit Angst reist, hat nur halb gelebt


Galapagos

Leguan Vulkaninsel Fregattvogel in der Balz


Galapagos - Klima

Durch das Zusammentreffen verschiedener pazifischer Meeresströmungen in Wechselwirkung mit den Winden, weisen die Galápagos-Inseln kein typisches Äquatorklima auf, sondern besitzen vielmehr ein einzigartiges Mikroklima. Die Meeresströmungen sind der Schlüssel zu diesem Phänomen, welches grundsätzlich zwei Jahreszeiten - eine kühle und eine warme - hervorruft.

Von Januar bis Mai / Juni überwiegen durch milde Nordostpassate tropisch-sommerliche Lufttemperaturen. Durch den nordäquatorialen Panamástrom, den man bei ungewöhnlicher Stärke auch als El Niño bezeichnet, wird warmes planktonarmes Meerwasser zugeführt (24-27 Grad). Dabei wird die feuchte Luft über dem Ozean aufgewärmt, und kondensiert. In diesen Monaten können auch im Küstenbereich der Inseln heftige Regenschauer auftreten, während viele Meerestiere und Seevögel durch das Ausbleiben des kalten nährstoffreichen Humboldtstroms aus dem Süden um ihre Nahrung bangen müssen.

Nichtsdestotrotz hat das Archipel während dieser schwülen Jahreszeit die meisten Sonnentage aufzuweisen. Die ansonsten trockene Vegetation gedeiht prächtig und nimmt Farbe an. Selbst die staubig-wüstenhafte Insel Baltra wird von einem grünen Teppich überzogen. Darüberhinaus beginnen viele Tiere während dieser touristisch attraktiveren Saison mit der Vermehrung.

Von Juni bis Dezember / Januar, in den sogenannten garúa-Monaten, herrschen kühle Luft- und Wassertemperaturen vor. Mit dem Humboldtstrom aus antarktischen Gefilden gelangen von Süden her subtropische Wetterfronten nach Galápagos. Ein Meer aus dichten Wolken hüllt die höheren Lagen der Inseln ein, welche durch das Zusammenwirken von kaltem Wasser (17-20 Grad) und warmer Luft verursacht wird. Starke Passatwinde aus Südost treiben diesen Effekt noch voran.

Es kommt zu Nebel und dauerhaftem Nieselregen (garúa). Zudem spielt der kalte äquatoriale Cromwell-Strom, welcher aus westlicher Richtung in mehreren hundert Metern Tiefe auf das Galápagos-Plateau trifft (Fernandina, Isabela, Floreana), eine weitere entscheidende Rolle bei der Nährstoffversorgung der vor allem in dieser Zone lebenden Delphine, Wale und Pinguine.

Die planktonreiche See ist besonders in den Monaten von August bis Oktober sehr rauh, und die Meeresfauna vermehrt sich in dieser Jahreszeit verstärkt. Die Küstenvegetation hingegen vertrocknet zusehends, sogar die Palo Santo-Wälder verlieren völlig ihre Blätter. Staub und Steine sind bei Inselbesuchern oft der erste Eindruck. Für Tauchsportler ist dies mitunter die aufregenste Saison. Landgängern wird jedoch geraten eine wärmende Jacke oder einen leichten Pullover miteinzupacken.


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